5 unverzichtbare Tipps für nachhaltige Cocktails

Lesezeit: 5 Minuten

So bringt ihr mehr Nachhaltigkeit hinter eure Bar

Drinks zu mixen ist das täglich Brot des Barkeepers – dabei ab und zu mal an die Umwelt zu denken, sollte also selbstverständlich sein, oder? Leider ist Nachhaltigkeit hinter der Theke immer noch ein unliebsames Thema. Wie wir finden zu Unrecht, denn der Trend zu mehr Umweltbewusstsein im Alltag sollte nicht nach Feierabend aufhören. Glücklicherweise gibt es immer mehr Gastronomen, die bereits umdenken und ihre Bar grüner machen wollen. Ihr braucht noch ein paar Inspirationen, um künftig eure Gäste gute Drinks mit gutem Gewissen genießen zu lassen? Mit diesen Tipps klappt's mit der „green Bar“ auch bei euch.


1. Regionale Zutaten als Deko verwenden

Die Ananas aus weit, weit weg oder die Melone vom anderen Ende der Welt müssen nicht immer sein. Auch die fruchtige Deko am Drink kann ganz easy nachhaltiger werden. Besonders im Sommer ist die Auswahl an heimischen Früchten riesig und der Geschmack von frischen Himbeeren oder süßen Kirschen in Kombination mit dem richtigen Cocktail wird eure Gäste sicherlich begeistern. 

 

Eure exotischen Drinks passen nicht zu deutschen Früchten? (Aus)probieren geht hier wie immer über Studieren! Versucht euch an neuen Kombinationen und setzt sie als Saison-Special auf die Karte. Nachhaltigkeit als Marketing-Idee funktioniert zwar nicht bei jedem Kunden, kann aber eure Auswahl nachhaltig ergänzen - im doppelten Sinne. Anbieten, testen und bestenfalls (neue) Gäste mit eurem Gedanken begeistern. Jeder Cocktail, der ohne importiertes Obst aus fernen Ländern auskommt, macht eure Bar schon ein Stückchen nachhaltiger. Außerdem schmecken regionale und frische Früchte in Bio-Qualität um einiges besser und sind somit ihre Investition auf jeden Fall wert.

 

Baut eure Kräuter selber an, anstatt sie in Plastik verpackt im Supermarkt zu kaufen. Auf dem eigenen Balkon können beispielsweise Basilikum und Rosmarin platzsparend gezüchtet werden. Wenn ihr einen eigenen Garten habt, könnt ihr natürlich auch die Früchte für eure Drinks gleich selbst ernten. Bezieht ihr doch Kräuter, Früchte und Co. von Märkten, dann achtet auf Herkunft und Anbau der Produkte. Zwar lassen sich lange Transportwege nicht immer vermeiden, faire Anbaubedingungen und ein möglichst unverpackter Einkauf sind hier aber auch schon wertvoll für das Schonen von Ressourcen.

 


2.  Plastikfreie Trinkhalme benutzen

Strohhalme gehören zu den meisten Drinks einfach dazu. Leider sind die praktischen Dekoelemente aber auch echte Abfallsünden. Ab kommenden Jahr verbietet die EU alle Plastikprodukte, für die bereits Alternativen existieren – so auch Einweg-Trinkhalme aus Plastik. Wenn ihr es nicht sowieso schon gemacht habt, ist jetzt deshalb die Zeit, sich nach einer passenden Alternative umzusehen. Bambus, Papier oder ganz einfach  aus Stroh, Hauptsache in Zukunft landet kein Plastik mehr in euren Drinks! Wir haben in diesem Artikel hier schon einmal verschiedene Alternativen zum Plastikhalm für euch getestet, Ausreden à la „Strohhalme aus Plastik sind aber sooo praktisch“ gehören also der Vergangenheit an und nicht in die moderne grüne Bar. Testsieger bei uns ist der #IAMPLASTICFREE Halm aus Stärke von biogenen Abfallstoffen wie Kartoffelschalen, welcher alle Vorteile von klassischen Plastikhalmen hinter eure Theke bringt, ohne aus Plastik zu sein. Weitere Tipps, mit denen ihr (Plastik-)Abfall bei Spülbürste, Schneidebrett und Küchenrolle spart, findet ihr in diesem Artikel hier.


3. Zutaten wiederverwenden

Der gute alte Spritzer Zitrone, Orange oder Limette ist ein unverzichtbares Topping bei vielen Drinks. Anstatt die ausgepresste Frucht nach der Verwendung aber sofort in den Müll zu werfen, könnt ihr sie auch noch einmal nutzen: Schält die Frucht vorher und nehmt die Schale (idealerweise in Spiralenform) einfach als Hingucker für die Deko. Wenn eure Früchte öfter mal kurz vor dem Wegwerfen stehen, dann kann sich auch die Anschaffung eines Dörr-Automatens lohnen. Geschält oder nicht geschält eine Nacht im Ofen bringt euch hier eine haltbare Cocktail-Deko, die zudem auch ganz ohne (Plastik-)Spieß im Glas ordentlich was hermacht. Oder ihr mischt aus der Schale und Zucker einen Sirup, den ihr im nächsten Drink anstatt der Frucht verwenden könnt.

 

Wenn ihr die Früchte oder ihre Reste aus den leeren Gläsern dann entsorgt, solltet ihr, wie bei allem anderen Müll auch, auf die korrekte Abfalltrennung achten. Was hierfür wichtig ist, haben wir euch in einem Blogartikel zum Thema schon einmal zusammengefasst. Auch fast welke Kräuter können übrigens noch gut weiterverwendet werden: Süßes Pesto ist ein sommerlicher Allrounder, mit dem ihr nicht nur Drinks zubereiten, sondern auch Desserts noch raffiniert dekorieren könnt. Ihr habt noch andere Zutaten übrig? Werdet kreativ und schaut, ob ihr die Reste für weitere Drinks brauchen könnt. Wenn ihr als Restaurant oder größere Bar eine Küche habt, sollte die Verwendung von Blütenwasser, Eigelb oder Sahne das kleinste Problem sein.

 

Unser Tipp: Verwendet für eure Obstreste besser keine Bio-Müllbeutel, da sich diese nur schwer abbauen lassen. Unsere #IAMPLASTICFREE-Tüten können innerhalb von ca. 60 Tagen auf einem Heimkompost vollständig zersetzt werden und sind somit ideal für euren Biomüll, wenn ihr nicht auf eine hygienische Entsorgung im Beutel verzichten möchtet.

 


4. Gläser, Untersetzer und Flaschen austauschen

Zugegeben, dieser Tipp eignet sich vielleicht nicht für jede Bar, Gläser bergen jedoch ein großes Einsparpotenzial: Einmach-Gefäße von Joghurt, Marmelade und Co. lassen sich zum Trinken wiederverwenden und bringen einen ganz eigenen Charme in die Bar. Bei einem umweltbewussten Publikum kann sich diese Wiederverwendung schnell rumsprechen und euch so einige neue Gäste sichern. Wenn ihr den Luxus einer Spülmaschine in eurer Bar habt, dann können einheitliche Gläser (mit möglichst schmalem Rand) eine Menge an wertvollem Platz in der Maschine sparen.

 

Untersetzer müssen nicht aus Pappe sein, sondern lassen sich auch einfach durch Alternativen z.B. aus Stein ersetzen – oder können natürlich auch ganz weglassen werden. Die zusätzliche Reinigung von Tischen und Tresen kostet hier zwar Ressourcen, spart jedoch einiges an Müll und entbindet den Gast von der „Pflicht“, den schon dreimal benutzten Untersetzer mit Flecken weiter verwenden zu müssen.

 

Glas statt Plastik ist bei Flaschen wieder der erste Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. Wer noch weiter gehen möchte, kann seine Spirituosen auch selber herstellen. Natürlich ist dieser Step nicht für jeden praktikabel, hier könnt ihr für eine bessere Ökobilanz auch gerne wieder zu regionalen Produkten greifen und z.B. Brennereien in eurer Umgebung unterstützen.


5.  Wasser und Energie sparen

Eine der meist verwendeten Ressourcen hinter der Bar ist Wasser. Für die Hygiene essentiell sollte man sich hier genau überlegen, wie viel davon man (wirklich) benötigt, um dennoch nicht an Sauberkeit einbüßen zu müssen. Die Wasserhähne zwischendurch bei Nichtgebrauch mal auszuschalten, kann also durchaus einiges einsparen. Noch nachhaltiger ist hier auf jeden Fall eine Spülmaschine. Außerdem kann die Investition in einen Strahlregler am Wasserhahn praktisch sein. Die Anschaffungskosten sind je nach Modell niedrig bis sehr niedrig, was sie schon kurzfristig zu einer sinnvollen Investition macht. Auch Hähne mit Fußbetätigung können schnell literweise Wasser sparen.

 

Auch beim Thema Temperatur geht ökologisch gesehen meist noch was. Vor Schichtbeginn und nach Feierabend einmal ordentlich Durchlüften sollte selbstverständlich sein, am besten aber während der Schicht im Winter das bekannte „Für-Draußen-Heizen“ vermeiden und entweder Heizung aus oder Fenster zu. Eure Klimaanlage solltet ihr auf eine gemäßigte Temperatur einstellen, denn auf einem hohen Level sind die Kühlgeräte wahre Klima-Killer. Das Gleiche gilt übrigens auch für die TK-Truhe. Die Temperatur hier ein paar Grad höher zu drehen, lässt den ökologischen Fußabdruck im Handumdrehen kleiner werden.

 

Unser Tipp: Wasser lässt sich auch bei den Eiswürfeln sparen. Gekühlte Drinks brauchen nicht unbedingt noch zwei Hände voll Eis und nicht jeder Gast möchte die auch in seinem Getränk haben. Einmal bei der Bestellung nachzufragen, kann hier schon helfen. Mischungen von Spirituosen, die besonders oft zusammen verwendet werden, könnt ihr außerdem ganz einfach schon vorab gekühlt lagern. So benötigt ihr nicht unbedingt noch einmal extra Eis beim Mixen und schafft nebenbei Platz im Kühlschrank.

 


Nachhaltigkeit hinter dem Tresen ist möglich, wenn man möchte und kann

Wer seine Bar nachhaltiger machen möchte, sollte nicht nur auf das Vermeiden von Müll achten. Das Stichwort lautet hier eindeutig „Ressourcen schonen“ und das beginnt schon beim Kauf der Zutaten für die Drinks. Da wir wissen, Bar ist nicht gleich Bar, solltet ihr das Thema selbstverständlich individuell nach euren Möglichkeiten angehen. Nicht jeder kann seine Kräuter selbst anbauen und nicht jeder möchte sich teure Glasuntersetzer zulegen. Hier lohnt es sich, das Potenzial der  eigenen Bar einzuschätzen, um die Theke step-by-step umweltfreundlicher zu machen. Nachhaltigkeit muss dabei nicht gleich die ganze Bar grüner werden lassen, sondern sollte vielmehr eine bewusste Verwendung der unterschiedlichen Ressourcen zum Ziel haben – und dazu zählt nicht zuletzt auch eine faire und pünktliche Bezahlung der eigenen Mitarbeiter. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0