Klimaneutralität für Unternehmen

Lesezeit: 7 Minuten

 

Klimaneutral - 5 Organisationen, die dir dabei helfen

Der globale Gehalt an CO2-Emissionen wächst immer stärker. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts hat sich der Wert fast vervierfacht! Die Globalisierung hat seine Vorzüge, doch die negativen Auswirkungen, die sie mit sich zieht, sind fatal. Ein extremer Anstieg von einem globalen Welthandel mit Flug- und Schiffsverkehr, mehr Landwirtschaft, Fast Fashion und Kurztrips nach New York. 

Das alles mit verheerenden Folgen für das Klima.

 

Bei der Bekämpfung des Klimakrise zählt jeder positive Impact. Ob das nun das Individuum betrifft oder das Unternehmen. Den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren sollte das Ziel eines Jeden sein. Deswegen bekommt der Begriff “Klimaneutralität” zurecht immer mehr Aufmerksamkeit. 

 

Es gibt viele Ansätze, um nachhaltiger und klimafreundlicher zu leben und zu agieren. Ob als Individuum oder in einem Unternehmen. Dabei geht es auch darum, seinen CO2 Verbrauch zu reduzieren und zu kompensieren.  

Im folgenden Blog möchten wir dir verschiedene C02- Kompensationsmöglichkeiten vorstellen, die dabei helfen können, deinen CO2-Verbrauch und den deines Unternehmens auszugleichen!

 


Wie funktioniert das?

CO2-Emissionen ausgleichen und kompensieren? Das zielführendste Vorhaben sollte für ein Unternehmen natürlich immer sein, den CO2- Verbrauch so gut wie möglich zu reduzieren. Dafür gibt es verschiedene Maßnahmen, es fängt an bei der Produktion und kann noch über den Versand hinausgehen. Tipps zu einem nachhaltigeren Versand findet ihr übrigens hier

 

Zusätzlich dazu hat ein Unternehmen aber noch weitere Möglichkeiten für die Kompensation. Denn der Entstehungsort der CO2-Emissionen und das Ausgleichen dieser muss nicht zwangsläufig voneinander abhängig sein. Das bedeutet, dass für hier produzierte Emissionen auch am anderen Ende der Welt ein Ausgleich geschaffen werden kann. Dies ist in den meisten Fällen auch sinnvoller, da andere Weltregionen viel stärker von den Folge des Klimawandels betroffen sind. Außerdem wird ein Großteil der Produktion ins Ausland verlagert, z.B. die Kleidungsindustrie findet sich im Großteil in Südostasiatischen Ländern wieder. Zudem leidet Südostasien auch verstärkt unter der Müllproblematik, da dort viel importierter Müll zu finden ist. Wenn du dazu mehr wissen möchtest lies gerne diesen Artikel.

 

Also: Es ist überhaupt kein Problem die Emissionen durch Projekte in anderen Ländern der Welt auszugleichen. 

Einen Ausgleich oder Kompensation kann dadurch geschaffen werden, an anderen Stellen CO2 einzusparen. Durch die finanzielle Unterstützung von Klimaschutzprojekten können diese vermehrt Maßnahmen umsetzen, um CO2 einzusparen, z.B. durch die Pflanzung von Bäumen. Diese können CO2 aus der Atmosphäre binden und haben somit einen positiven Impact für unsere Umwelt. Da durch deine Spende mehr Bäume gepflanzt werden können, kannst du so deinen CO2-Verbrauch kompensieren.

Genau das gleiche Prinzip gilt auch für andere Projekte, z.B. bei Projekten, die sich für das Einsammeln von Plastikmüll einsetzt oder für den Ausbau erneuerbarer Energien. Durch deinen finanziellen Support wird der Impact dieser Organisationen vergrößert und kann somit den eigenen CO2-Verbrauch ausgleichen. 

 


Hilfreiche Apps

Für Privatpersonen gibt es hierzu schon einige tolle Apps, die dir helfen, in deinem Alltag klimaneutraler unterwegs zu sein. Dazu gehört z.B. die App „Klima“, bei der du deinen Alltag und somit deinen Verbrauch tracken kannst. Die App misst durch verschiedene Aktivitäten, wie deine Ernährung und Mobilität die CO2-Menge, die du kompensieren könntest, um klimaneutraler zu agieren. Dann schlägt die App dir verschiedene Umwelt- und Klimaorganisationen vor, um deinen CO2-Verbrauch auszugleichen, z.B. in Form von Spenden. 

Da die App dir direkt anzeigt, welches Verhalten wie viel CO2 verursacht, fällt es dir vielleicht auch leichter, in Zukunft schon von vornherein klimaneutraler zu handeln und die Kompensation dadurch nicht mehr zu benötigen! Spenden geht natürlich immer. 

Weitere Apps sind z.B. Naturate, EcoHero oder Codyo.

 

Aber auch auf den Internetseiten von verschiedenen Organisationen und Projekten gibt es die Möglichkeit, entweder als Privatperson oder als Unternehmen den eigenen CO2-Verbrauch auszugleichen.


The Honu-Movement

Ein Projekt, das sich für eine geringere Plastikverschmutzung in Südostasien einsetzt, ist das Honu-Movement. 

In ihrem Projekt hat sich die Organisation vier Ziele gesetzt: Müll einsammeln, Müll recyceln, Müll vermeiden und Armut bekämpfen. Dazu haben sie ihre Standorte in Südostasien, wo sie Plastikmüll an den Stränden sammeln und mithilfe von kleinen Booten auch aus Flüssen, Flussmündungen und aus dem Ozean. Dies geschieht alles händisch, um möglichst keine (Meeres-)Lebewesen zu verletzen. Dabei haben sie mittlerweile um die 100 Mitarbeitenden vor Ort, die sich um die Reinigung der Strände und Meere kümmert. 

 

Dieser eingesammelte Müll wird daraufhin in „Trash-Cabins“ gesammelt, um zu vermeiden, dass der Wind den Müll wieder verweht oder Tiere den Müll fressen. In Zwischenlagern wird der Müll sortiert und in die örtlichen, geprüften Recyclingunternehmen gebracht. So vermeidet das Projekt lange Transportwege, die der Umwelt zugutekommen. Der Plastikmüll wird recycelt und in Flusentreibstofffe umgewandelt. Dieser Vorgang ermöglicht eine Co2-Einsparung von 17%. 

 

Ein weiteres Ziel des Honu-Movement ist es, möglichst viele Arbeitsplätze zu schaffen und somit einen Teil zur Armutsbekämpfung beizutragen. Das machen sie durch verschiedene Stellenangebote. Entweder beim Sammeln und Recyceln des Plastiks. Oder aber in einer „Schule“. Denn das Projekt umfasst einen wöchentlich stattfindenden Unterricht für Kinder in den Sammelgebieten. Dieser besteht aus zwei Teilen: Einerseits ein theoretischer, aufklärerischer Teil über Ökosysteme und die Gefahr von Plastik , andererseits mit Bastelstunden, in denen Upcycling-Projekte mit den gesammelten Materialien umgesetzt werden. Zum Abschluss einer jeden Stunde wird zusammen gekocht und gegessen. Das schafft nicht nur Sensibilität für einen nachhaltigen Lebensstil bei den Kindern, sondern auch einige Arbeitsplätze. 

 

Es gibt also viele Gründe, das Honu-Movement zu unterstützen. Und das können die Unternehmen ganz einfach hier machen. 

 


GROW MY TREE

Eine zweite Organisation, die wir dir vorstellen möchten, ist „Grow my Tree“. Bei Grow my Tree gibt es verschiedene Pakete, mit denen Bäume gepflanzt werden. Aber nicht nur das, sondern du erhälst auch über jeden Baum eine Zertifizierung und eine Partnerschaft.

Mithilfe von Grow my tree wird den Kund*innen in jeder E-Mail oder beim Check-Out empfohlen, Bäume zu kaufen und pflanzen zu lassen. Dein Unternehmen macht so mit jedem Schritt darauf aufmerksam, dass euch Nachhaltigkeit am Herzen liegt. Mit einem Partnerlogo und einer eigenen E-Mail Signatur wird verdeutlicht, dass es sich auch um eine seriöse Seite handelt. 

Es gibt auch die Möglichkeit, als Unternehmen direkt selber Partnerschaften einzugehen und so eigene Bäume zu pflanzen. Weitere Informationen werden per Nachfrage mitgeteilt. 

 

Dabei handelt Grow My Tree nach bestimmten Werten. So möchten sie z.B. langfristig Arbeitsplätze schaffen, wozu ebenfalls Ausbildungsmöglichkeiten gehören. Dazu greift die Organisation auf die Zusammenarbeit mit lokalen Kleinbauern und den Dorfbewohnenden zurück. Um die Einnahmequellen der Menschen vor Ort zu sichern, gehören die Bäume nicht Grow my Tree, sondern der jeweiligen Dorfgemeinschaft. Dabei wird stark auf eine kulturelle Sensibilität geachtet, indem kulturelle Traditionen und Bedürfnisse besonders berücksichtigt werden. Und auch auf die lokale Flora und Fauna wird geachtet. Es werden nämlich nur einheimische Baumarten gepflanzt um das langfristige Überleben der Bäume sichern zu können. 

 

Somit ist Grow My Tree nicht nur eine Organisation, die versucht der Natur etwas Gutes zu tun, sondern auch der lokalen Bevölkerung, die oft stark unter den globalen Klimaveränderungen leiden. 

Denn obwohl Deutschland im weltweiten Verbrauch von CO2 einen hohen Wert hat, leiden wir nur begrenzt unter den Auswirkungen. Andere Länder bekommen diese viel deutlicher zu spüren. 


Circulate

Eine weitere Möglichkeit, die sich bietet ist Circulate. Circulate eignet sich für Unternehmen, die ihre Produktion plastikneutral gestalten wollen. Das bedeutet, den Plastikkonsum auszugleichen. Bei diesem Projekt wird Plastikmüll gesammelt und recycelt, um so den Plastikmüll von anderen Unternehmen auszugleichen. Für Unternehmen haben sie hierbei ein besonderes Angebot. Denn das Projekt sorgt dafür, dass für jedes Produkt, welches durch Tätigkeiten eures Unternehmens in Umlauf kommt, ein Äquivalent an Plastikmüll gesammelt und recycelt wird. So könnt ihr den CO2- Verbrauch eures Unternehmens ausgleichen und plastikneutral werden. 

Außerdem bietet Circulate ein Plug-In an, wodurch das Unternehmen mit den Kund*innen in Kontakt treten kann und sich für plastikneutrale Einkäufe einsetzt. Dabei handelt es sich um eine Software-Erweiterung deiner Website, die für plastikneutrale Einkäufe wirbt. 

 

Das ganze funktioniert, indem Circulate sich mit nachhaltigen und ethisch handelnden Abfallwirtschaftsunternehmen zusammensetzt. Die sozioökonomische und ökologische Wirkung garantiert das Projekt durch die Zertifizierung der Partnerorganisationen. Außerdem müssen sie die Organisationen regelmäßigen Kontrollen unterziehen und alle Sammel- und Recyclingaktivitäten werden ständig überwacht. 


Klimaktiv

Falls dir die bisherigen Projekte zu spezifisch waren und du dich nicht auf ein Projekt festlegen möchtest, dann ist vielleicht Klimaktiv genau das richtige für dich! 

Hier werden dir nämlich verschiedene Optionen geboten, um deine Klimaneutralität zu erreichen. Von der Beratung bis zur Lösung steht dir Klimaktiv unterstützend und individuell zur Seite. Dein Unternehmen kann dort direkt seine CO2-Bilanz ermitteln lassen und durch Investitionen in verschiedene Klimaprojekte die Emissionen ausgleichen. Dabei gibt es verschiedene Angebote, so z.B. das Projekt für verbesserte Kochherde und sauberes Trinkwasser in Ruanda, ein kommunales Wiederaufforstungsprojekt in Nicaragua und das Projekt zum Humusaufbau heimischer Böden. 

 

Neben der positiven CO2-Einsparung wird der Fokus außerdem auf einen positiven Einfluss auf regionale Wirtschaft, Bildung und soziale Standards gelegt. Diese Aspekte hängen nämlich weitestgehend zusammen. Durch die Fortbildungen zur nachhaltigen Bewirtschaftung kann in Waldschutz-Projekten für eine nachhaltige Forstwirtschaft gesorgt werden und bei dem Humusaufbau wird regenerative Landwirtschaft gefördert, wodurch der Boden fruchtbarer wird und so eine Stabilität der Lebensmittelversorgung erbringt. 

 


thecompensators*

Eine etwas andere Variante, CO2 zu verringern, zeigen dir thecompensators*. Dieses Projekt macht darauf aufmerksam, dass die EU jährlich knapp zwei Milliarden “Verschmutzungszertifikate”, sogenannte CO2-Zertifikate, an Unternehmen verkauft. Das bedeutet für die Unternehmen, dass sie mithilfe dieses Zertifikats zu einer Tonne CO2 berechtigt werden. Davon gibt es laut thecompensators* aber viel zu viele und der Preis dafür sei zu gering für die ökologischen Folgen. Also was tun? Thecompensators* versuchen daher möglichst viele von diesen Zertifikaten zu kaufen und die Industrien so im Umkehrschluss dazu zu zwingen, ihre Emissionen zu reduzieren.

Ein Zertifikat in der Hand von thecompensators* bedeutet auch eine Tonne weniger CO2 für die Umwelt. Je knapper die Zertifikate auf dem Markt dann werden, desto teurer werden sie auch, wodurch noch mehr Anregungen für die Unternehmen geschaffen werden, klimaneutraler zu agieren. 

 

Die Arbeit wird nur von Ehrenämtern getragen und durch die Art und Weise des Handelns zu einem politischen Statement. Es gibt die Option der simplen Spende bis hin zur Mitgliedschaft. Der Unterschied hier ist, dass durch deine Unterstützung kein Co2 ausgeglichen wird, sondern die Entstehung von noch mehr CO2 verhindert werden soll. Da Europa zu den größten Verursachern der Co2-Ausstöße gehört, ist es sinnvoll auch in Europa für einen geringeren Ausstoß zu sorgen.

 

Durch deine Spende kannst du also den Anreiz auf eine klimafreundlichere Produktion verstärken und somit das Problem der hohen Co2-Emissionen in Europa bei der Wurzel packen. 

Noch ein Pluspunkt: Das Geld für diese Zertifikate fließt in den Energie- und Klimafonds, der sich z.B. für erneuerbare Energien, energetische Gebäudesanierung und Elektromobilität einsetzt. Somit bewirkt das Kaufen der Co2-Zertifikate zweierlei Vorteile.

 

Wie du siehst, gibt es ganz verschiedene tolle Projekte, die sich für die Klimaneutralität deines Unternehmens oder deiner Firma engagieren. Du hast eine bunte Auswahl an Projekten, die sich auf unterschiedliche Art und Weise für eine grünere Zukunft einsetzen! 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0