6 einfache Tipps für eine plastikfreie Gastronomie

Lesezeit: 5-7 Minuten

Plastik vermeiden im Gastroalltag

Küchengeräte und Küchenutensilien für eine plastikfreie Gastronomie

Spülbürste, To-Go-Boxen und Strohhalme – alles noch aus Plastik bei euch? Ab sofort nicht mehr! Okay, plastikfrei von heute auf morgen werden wohl die wenigsten Menschen, muss aber auch nicht sein. Mit dem „Less Waste“-Lifestyle verbannt ihr Kunststoff nach und nach aus eurem Alltag, ganz ohne Verzicht.

 

Hard Fact: Knapp 300.000 Tonnen Müll produzieren wir Deutsche an Plastik-Einweggeschirr und Take-Away-Verpackungen pro Jahr. Klingt nicht nur viel, sondern ist es auch! Glücklicherweise kommt 2021 das Verbot der Herstellung von Einweg-Plastik in der EU aber bis dahin ist noch etwas Zeit in der wir schon selbst handeln können. Dabei ist der Weg in eine nachhaltige Zukunft gar nicht so schwer, manchmal liegt hier die Lösung näher, als man denkt. Mit unseren Tipps werdet ihr ganz einfach Stück für Stück ein bisschen plastikfreier und das wird nicht nur die Umwelt, sondern garantiert auch eure Gäste freuen!


1. Plastikfrei in der Küche

Wohl eine Hochburg im Plastikparadies ist in privaten Haushalten sowie in Gastronomien vor allem die Küche. Hier tummeln sich Spülbürsten und Kochlöffel an Plastikhaken über Schneidebrett und Küchenrolle – die in einer nicht zu knappen Plastikverpackung daherkommt.

 

Unser Tipp: Küchenhelfer für Suppe & Co lassen sich durch nachhaltige Alternativen aus Edelstahl, Holz und Bambus ersetzen.

 

Besonders Spülbürsten aus Kunststoff erfreuen sich großer Beliebtheit, wobei hier die Alternativen sogar einiges mehr drauf haben: Die Bürstenköpfe lassen sich bei den meisten Modellen ganz einfach austauschen, sodass auch trotz starker Abnutzung weniger Müll anfällt als bei einer Plastikbürste. Um eure Bürste aus Holz oder Bambus zu schützen, könnt ihr sie einfach aufhängen oder hinstellen, so schont ihr die Griffe aus dem empfindlichen Material. Dank der Wachsbeschichtung auf den Holzbürsten müsst ihr bei fachgerechter Trocknung übrigens keine Angst vor schneller Abnutzung haben.

 

Auch bei Schneidebrettern gibt es zwei nachhaltige Alternativen: Bretter aus Holz besitzen, im Gegensatz zur Kunststoffversion, eine antibakterielle Wirkung und aus wasserabweisendem Kork können sie sogar Messer und Handgelenke schonen – eine wahre Wunderwaffe, ganz ohne Plastik.

 

Hand auf's Herz: Wie oft greift man täglich zur Küchenrolle? Für kleine Kaffeeflecken oder große Soßenspuren sind diese praktischen Allzwecktücher die Rettung in vielen Situationen. Aber wer sie privat nutzt, weiß, dass eine Packung je nach Haushaltsgröße oft nicht lange reicht. Da will man sich gar nicht vorstellen, wie kurz die Nutzungsdauer in der Gastronomie sein mag. Die Lösung bieten hier waschbare und somit wiederverwendbare Küchentücher aus Mikrofaser oder auch aus Bambuspapier. Beim erstmaligen Gebrauch kann man die Bambustücher stückweise wie von einer klassischen Küchenrolle abreißen und nach dem Waschen einfach einzeln gefaltet in der Schublade aufbewahren. Plastikfreie Küchenutensilien gibt es also, somit ist es Zeit, die richtige für sich zu finden.

 

Wer noch ein Stück weiter in Richtung "Plastikfreies Gastgewerbe" gehen möchte, kann auch mehr Nachhaltigkeit ins Bad oder in den Einkauf bringen. Wie ihr in der Gastronomie oder auch im Hotel die güne Revolution vorantreibt, könnt ihr hier nachlesen.

 

plastikfreie Küche mit nachhaltiger Spülbürste

2. Plastikfrei verpacken und plastikfrei einfrieren

Wenn Essen übrig bleibt oder offene Nahrungsmittel gelagert werden müssen, liegt der Griff zur Frischhalte- oder Alufolie nah. Aber auch hier gibt es einige praktische Alternativen! Bei der wohl bekanntesten macht man sich erneut die robusten Eigenschaften von Bienenwachs zu Nutze: Tücher aus Bienenwachs liegen schon seit einigen Jahren im Trend, was wohl auch an ihrer unvergleichbaren Design-Vielfalt liegt. Gut eingewickelt bleiben darin Brot und Käse für mehrere Wochen frisch. Auch Schüsseln und Auflaufformen lassen sich mit Wachstüchern abdecken. Alternativ können für Brot und Brötchen auch die Bäckertüten einige Male wiederverwendet werden. Dabei sollte das Brot zum Auftauen aus der Tüte genommen werden, damit sie euch nicht durchweicht. Wer noch einen Schritt weitergehen möchte, lässt sich seine Backwaren gleich in einen sauberen Baumwollbeutel füllen. Noch besser eignen sich spezielle Brotbeutel, die sich mit einem Band ganz einfach verschließen lassen. 

 

Eine Idee für kleinere Nahrungsmittel wie Kräuter oder auch Saucen sind Eisformen aus Edelstahl. In ihnen kann das Essen portionsweise in die Kühlung gelegt werden und macht sie somit zu einem echten Geheimtipp unter den plastikfreien Einfriermethoden. Wer auf das Einfrieren in Dosen nicht verzichten möchte, für den sind Alternativen aus Glas oder Edelstahl eine gute Methode. Diese gibt es praktisch in allen möglichen Größen und eignen sich sowohl für Pesto-Reste als auch für ganze Aufläufe und Kuchen.

 

Wer dabei auch noch Geld sparen möchte, nutzt einfach Einmachgläser wie die von sauren Gurken oder Marmelade. Dabei solltet ihr das Glas bei Suppen und Ähnlichem jeweils nur zu zwei Dritteln befüllen, da sich die Flüssigkeit beim Einfrieren ausdehnt und sonst das Glas zum Platzen bringen kann. Fleisch friert ihr am besten schon zubereitet oder sehr luftdicht verschlossen ein. Obst und Gemüse, das ihr vorher gut abgetrocknet habt, passt perfekt in Gläser mit einem größeren Rand. Beim nächsten Einfrieren könnt ihr also ab jetzt auf Plastik getrost verzichten.

Somit spart ihr nicht nur Geld und Plastik sondern mindert auch die Verschwendung von Lebensmitteln. Wenn ihr doch mal Abfall haben solltet, findet ihr hier eine Übersicht zur richtigen Mülltrennung.


3. Plastikfrei beim Biomüll

Wer Obst und Gemüse im Supermarkt kaufen möchte, riskiert einen Berg an Plastik, der gefühlt höher ist als der gesamte Rohkost-Einkauf. Auch bei Lieferungen sind Äpfel und Co gerne mal in Plastik und Kunststoffschalen verpackt. Während beim privaten Einkauf heute einfach auf Frischenetze zurückgegriffen kann, sind die für die Lieferungen vom Großhändler natürlich unpraktisch. Alternativ könnt ihr auf Händler setzen, die in wiederverwendbaren Kisten liefern und auch für Milch und Ähnliches wenigstens Mehrweg-Plastikverpackungen mit Pfandsystem nutzen. Das ist dann zwar nicht plastikfrei, aber macht bereits den Unterschied! 

Biomüll in Plastiksäcken? Das widerspricht sich nicht nur, sondern macht auch einfach keinen Sinn. Aber auch hier gibt es Alternativen.

 

Eine ganz simple Lösung: Es geht auch ohne! Ihr könnt den Biomüll ganz einfach in einem Edelstahl- oder Keramik-Eimer sammeln. Nach der Entleerung einmal auswaschen und schon spart ihr täglich ganz leicht einen Sack ein. Alle die, die nicht auf Müllsäcke verzichten wollen, können auch auf abbaubare Beutel aus biogenen Abfallstoffen wie Maniokstärke zurückgreifen. Für ihre Herstellung wird die Energie aus Pflanzen verwendet, die sich nicht zum Verzehr eignen. Dabei kommen die Beutel in ihrer Beschaffenheit nah an die klassischen Plastiksäcke ran und erweisen sich somit als gute Alternative für den täglichen Gebrauch. Bei Interesse könnt ihr hier Samples unserer #IAMPLASTICFREE Bags, die auch als Mülltüten genutzt werden können, anfordern.

 

Falls ihr allgemein auf der Suche nach plastikfreien Alternativen zu den herkömmlichen Tüten sucht, haben wir hier einige Optionen für euch aufgelistet.


4. Plastikfreies Frühstück

Ein typisches deutsches Frühstück ist einfach ein wahrer Blumenstrauß an Köstlichkeiten. Wurst, Käse, Eier, aber auch verschiedene süße Sünden dürfen auf Brot und Brötchen nicht fehlen. Kein Wunder, dass auch Frühstücks- und Brunch-Angebote in Cafés und Restaurants boomen. Besonders Marmelade, Honig und Nuss-Nougat-Creme werden dabei gerne mal in kleinen Päckchen aufs Buffet oder in den Tischkorb gepackt – ist schließlich super praktisch. Leider sind die Schachteln wahre Umweltsünden, lassen sich aber zum Glück ganz einfach austauschen.

 

Das Stichwort lautet hier: Selbstbedienung. Ob ihr dabei auf essbare Schälchen mit waffelähnlichem Geschmack setzt oder auf Glasschüsseln, ist euch überlassen. Auch für die Bedienung am Platz lohnt es sich, über eine Lösung nachzudenken. Denn auch wenn mit dieser Variante Anschaffungskosten verbunden sind, spart ihr trotzdem: Große Gläser kosten in der Regel viel weniger als viele kleine Packungen und der Gast kann sich so viel (oder auch so wenig) nehmen, wie er möchte. So verringert ihr nicht nur den Plastikverbrauch, sondern vermeidet auch wieder ganz einfach unnötige Essensverschwendung.

 

So leicht wie bei Aufstrich ist es auch bei der geliebten Milch für die Kaffeetrinker. Beim Gast kurz bei der Bestellung nachfragen, ob Milch zum Kaffee oder Tee gewünscht wird und wenn ja, wie viel in etwa. So tauscht ihr im Handumdrehen die Plastikbombe Kaffeesahne gegen eine stilvolle Alternative aus Edelstahl oder Porzellan zum Beispiel. Für das tägliche To-Go-Geschäft kann Milch in kühlenden Kannen zur Selbstbedienung bereitstehen und auch bei den Rührstäbchen könnt ihr auf nachhaltigere Holz-Löffel umsteigen. Wahrscheinlich ist es aber hier auch nur noch eine Frage der Zeit, bis weitere, ökologische Alternativen diese ablösen.

Marmeladenschälchen für plastikfreies Frühstück

5. Plastikfrei bei Außer-Haus-Bestellungen

Alles, was außer Haus verzehrt wird, landet leider schnell mal in Plastikverpackungen, wenn auch ohne böse Absicht. Ob eine große Salatbox oder der Einweg-Kaffeebecher mit Plastikdeckel – es muss schnell gehen, günstig sein und der Kunde möchte sein Gericht natürlich auch in dem Wissen genießen, dass es einem gewissen Hygienestandard unterliegt. Plastik scheint da die naheliegendste Lösung zu sein. Aber auch hier finden sich seit einigen Jahren zahlreiche Alternativen in der Gastronomie. Für große Verpackungen existieren bereits Modelle aus umweltfreundlichen Materialien wie biogenen Abfallstoffen und recycelte Papp-Schachteln. Auch für Einweg-Besteck wird sich solcher Verfahren bereits bedient. Ab 2021 sollen viele Einweg-Produkte verboten werden. Welche Artikel davon betroffen sind und wie ihr schon jetzt auf überflüssige Verpackung verzichten könnt, findet ihr hier.

Ganz hoch im Kommen sind heute jedoch Pfandsysteme, die vollständig ohne Einweg auskommen: Einige Restaurants bieten gegen einen Pfand Verpackungen an, welche der Kunde nach einem bestimmten Zeitraum wieder zurückbringt. Alternativ kann der Kunde auch sein eigenes Behältnis mitbringen, in welches das zubereitete Gericht dann eingefüllt wird. Dies gilt natürlich auch für die beliebten Heißgetränke To-Go, wobei man heute nachhaltige Thermobecher aus verschiedenen Materialien auf dem Markt findet. Sich hier über die Hygienebedingungen zu informieren, lohnt sich also für die Umwelt. Unverpackt geht so nicht nur im Bio-Laden, sondern auch beim Restaurant um die Ecke.


6. Plastikfrei bei Drinks

Was beim Essen geht, geht auch bei Getränken, auch am Platz. Jeder liebt Drinks, ob im Sommer auf der Terrasse oder in den kalten Jahreszeiten gemütlich im Innenbereich seiner Lieblingslokalität. Besonders Cocktails sind dabei allerdings wahre Plastikhalden: Ein Spieß hier, ein Strohhalm dort – umweltbewusst sieht anders aus. Aber auch für den alkoholischen Trinkgenuss gibt es Alternativen. Natürlich kann der Gast immer noch den Wunsch äußern, seinen Drink lieber ganz ohne Trinkröhrchen genießen zu wollen, aber wenn man ehrlich ist, büßt das Kultgetränk damit leider auch an Stil ein.

 

Wir finden: Wenn Spieß, dann wenigstens aus Holz und wenn Strohhalm, dann auf Alternativen setzen! Dabei gibt es unterschiedliche Modelle, welche je nach Anlass und Budget eine geeignete Lösung für die klassischen Plastikhalme sein können. Die verschiedenen Alternativen haben wir hier für euch mal genauer unter die Lupe genommen. Unser Testsieger: Der #IAMPLASTICFREE- Halm aus biogenen Abfallstoffen. Damit zeigt ihr euren Gästen nicht nur klar, dass euch Less Waste am Herzen liegt, sondern gebt ihnen ganz nebenbei die Möglichkeit, euren Gedanken über Social Media zu teilen. Aber egal, für welche Variante ihr euch entscheidet, gebt Einweg-Plastik ganz einfach auf und lasst eure Gäste zukünftig leckere Drinks mit einem guten Gewissen genießen!

 

Unser Tipp: Ihr wollt den nächsten Schritt gehen und eure Bar noch plastikfreier gestalten? Dann lest hier mehr über unsere Tipps für plastikfreie Cocktails & mehr Nachhaltigkeit hinter der Bar.

plastikfreie und nachhaltige #iamplasticfree Trinkhalme im Cocktail

Kunststoff vermeiden ist gar nicht so schwer

Mühsam ernährt sich das plastikfreie Eichhörnchen! Und auch, wenn ihr nicht gleich alles Plastik aus Küche und von Tischen verbannt, kann jeder Schritt Erfolge bringen. Dabei gibt es so viele Bereiche, in denen man diese gehen kann. Egal ob Küche, Einkauf oder im Außer-Haus-Verkauf, jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um dem Alternativen-Markt einen Besuch abzustatten und den Plastikverbrauch ein Stückchen runterzuschrauben.

 

Euch schrecken Kosten und Aufwand noch von den ersten Steps ab? Einfach anfangen und ausprobieren! Es gibt kein richtig oder falsch, was für den einen passt, muss für den anderen noch lange nicht gelten. Im Gastronomiealltag gibt es einige kleine Kunststoffbaustellen, an denen man ganz easy feilen kann, mit unseren Tipps mindert ihr euren Plastikverbrauch quasi im Vorbeigehen!